Zahnarztpraxis Dr. Mila Rohlfs

Amalgamentfernung und Ausleitung

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Amalgamentfernung und Ausleitung

Kofferdam als Schutzmaßnahme bei der Amalgamentfernung

Kofferdam als Schutzmaßnahme bei der Amalgamentfernung

Schutzmaßnahmen bei der Amalgam-Entfernung


Wir führen in unserer Praxis die Amalgam-Entfernungen unter umfangreichen Schutzmaßnahmen durch und unser Team ist dafür speziell geschult. Im Folgenden finden Sie die Auflistung der Schutzmaßnahmen, die wir bei der Amalgam-Entfernung anwenden:

1. Gute Durchlüftung des Behandlungszimmers
Während der Amalgam-Entfernung werden die Fenster und Türen offen gehalten, um die Ansammlung von Quecksilberdampf in der Raum- und Atemluft zu vermeiden.

2. Aktivkohle-Drink
Aktivkohle ist ein bewährtes Entgiftungsmittel. Sie hat den großen Vorteil, dass Sie völlig nebenwirkungsfrei ist und keine Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen kann - schließlich ist es reiner Kohlenstoff, wie er auch in unserem Körper natürlicherweise vorkommt.
Aktivkohle kann Giftstoffe im Darm binden und sie mit dem Stuhl ausscheiden. Sie bekommen vor und nach der Amalgam-Entfernung jeweils ein großes Glas Wasser mit darin aufgelöster Aktivkohle zu trinken.

3. Schwefelhaltige Mundspülung
Bevor Sie den sog. Kofferdam angelegt bekommen, müssen Sie für ca. eine halbe Minute mit einer schwefelhaltigen Lösung Ihren Mund ausspülen. Diese Lösung benetzt während der Amalgam-Entfernung die gesamte Mundschleimhaut.

Der Grund ist: Quecksilberdampf könnte durch den Kofferdam dringen. Wenn man keine Schutzmaßnahmen ergreift, wird er von der Mundschleimhaut aufgenommen und wandert in das Gewebe und in das Gehirn. Der Schwefel bindet das Quecksilber und bildet Komplexe, die von der Mundschleimhaut nicht aufgenommen werden können.

4. Anlegen des Kofferdams
Kofferdam ist ein gummiartiges Tuch. Er wird über die zu behandelnden Zähne gestülpt und dichtet den Mund zum Rachen hin ab. Er hat zwei Aufgaben:
Einmal soll er den Mund so nach hinten abdichten, damit keine herausgebohrten Amalgamteile verschluckt werden. Zum anderen soll er sog. Amalgam-Tätowierungen verhindern. Solche Tätowierungen entstehen, wenn Amalgamteilchen, die durch das Bohren herausgeschleudert werden, in die Schleimhaut eindringen und sich dort allmählich auflösen.

5. Anlegen einer Sauerstoff-Nasensonde
Damit Sie während der Amalgam-Entfernung keinen Quecksilberdampf einatmen, bekommen Sie über die Nase medizinisch reinen Sauerstoff zugeführt.

Das geschieht über eine sog. Sauerstoffsonde: Zwei dünne, kurze Kunststoff-Schläuche, die in die beiden Nasenlöcher eingeführt werden.

Der Sauerstoff wird über einen dünnen Kunststoffschlauch aus einer Druckflasche zugeführt. Mit der dazugehörigen Armatur wird die Sauerstoff-Menge (in Liter pro Minute) exakt eingestellt.

6. Anlegen einer goldbedampften Atemschutz-Maske
Als zusätzliche Maßnahme wird eine spezielle Atemschutzmaske über der Nase befestigt. Sie ist außen mit Gold bedampft. Dieses Gold bindet bis zu 99 % des Quecksilbers in der Atemluft. Mit einer solchen Maske schützen auch wir als Behandler uns vor den Quecksilberdämpfen.

7. Schutzbrille
Zusätzlich bekommen Sie eine Schutzbrille angelegt, die Ihre Augen vor Amalgamteilchen schützt, die beim Ausbohren herausgeschleudert werden.

8. Spezielle Absaugung für Quecksilberdämpfe
Diese Absaugung hat ein dickes flexibles Rohr, dessen Öffnung knapp über Ihrem Mund platziert wird. Durch dieses Rohr wird der aus dem Mund aufsteigende Quecksilberdampf abgesaugt und in spezielle Quecksilberfilter geleitet, wo er festgehalten wird.
Diese Absaugung verhindert die Ansammlung von Quecksilber in der Raumluft, was Ihrem und unserem Schutz dient.

9. Verwendung spezieller Einmal-Hartmetallbohrer
Diese speziellen Bohrer sind extrem scharf und haben eine hohe Schneideleistung. Dadurch wird beim Herausbohren des Amalgams weniger Hitze erzeugt und weniger Hitze bedeutet weniger gefährlicher Quecksilberdampf.
Da die Schneideleistung bald nachlässt, werden diese Bohrer nur für eine Sitzung verwendet und danach entsorgt.

11. Keine zu hohen Drehzahlen beim Ausbohren des Amalgams
Damit möglichst wenig Quecksilberdampf entsteht, darf der Bohrer keine zu hohen Drehzahlen haben. Wir verwenden deshalb keine sog. Turbine, sondern ein sog. Schnellläufer-Winkelstück, dessen Drehzahl sich regulieren lässt.

12. Starke Wasserkühlung
Um die Hitzeentwicklung beim Ausbohren des Amalgams und damit die Entstehung von Quecksilberdampf möglichst gering zu halten, wird der Bohrer ständig mit Wasser gekühlt.

13. Leistungsfähige Absaugung im Mund
Damit wird zum Einen der entstehende Amalgamschlamm abgesaugt, zum Anderen auch der aufsteigende Quecksilberdampf.

14. Arbeiten mit Lupenbrille und Vier-Augen-Kontrolle
Wenn Amalgam entfernt wird, ist es wichtig, dass es restlos entfernt wird. Um keine kleinen Amalgamreste zu übersehen, arbeiten wir mit Lupenbrille und die Assistenzen kontrollieren zusätzlich zum Zahnarzt, dass nichts übersehen wurde.

15. Zerteilen der Füllung in wenige große Abschnitte
Gesammelte Amalgamteile in einem dicht verschlossenen Gefäß. Je weniger im Amalgam geschliffen wird, desto weniger Quecksilberdampf entsteht. Deshalb werden die Amalgamfüllungen in wenige einzelne Teile zerschnitten, die wir am Stück entfernen. Diese Stücke sammeln wir in einem kleinen Glas, das Sie nach Abschluss der Amalgamentfernung mitbekommen. Der Grund ist: Für manche Maßnahmen bei der Entgiftung werden später Proben des früheren Amalgams benötigt. Sie sollten diese also Ihrem Entgiftungstherapeuten bringen.

16. Gründliche Entfernung von Zementunterfüllungen
Unter dem Amalgam sind oft Zementfüllungen, in die auch Quecksilber eingedrungen ist. Auch diese müssen im Rahmen einer Amalgamsanierung sorgfältig entfernt werden. Oft ist auch das Zahnbein unterhalb von Amalgamfüllungen dunkel verfärbt, weil die Metalle aus dem Amalgam in dieses eindiffundiert ist. Deshalb muss auch das dunkel verfärbte Zahnbein z.T. entfernt werden.

17. Algen-Pulver zum Aufsaugen von Quecksilber
Quecksilber dringt aus den Amalgamfüllungen in das Zahnbein ein. Bestimmte Algen haben die Eigenschaft, Quecksilber an sich zu binden. Deshalb wird nach der Amalgamentfernung für mehrere Minuten Algen-Pulver in das Zahnloch eingebracht, damit es dieses Quecksilber aufsaugt. Danach wird es kräftig ausgesprüht und abgesaugt.

18. Gründliches Aussprühen des gesamten Mundes
Nach der Abnahme des Kofferdams wird der komplette Mundraum kräftig ausgesprüht und abgesaugt, um die Schwefellösung mit dem gebundenen Quecksilber zu entfernen.

19. Erneute Spülung mit der schwefelhaltigen Lösung
Aus Sicherheitsgründen lassen wir unsere Patienten danach noch einmal den Mund mit der schwefelhaltigen Lösung spülen, um auch letzte Reste von Quecksilber zu binden. Danach muss der Patient den Mund gründlich mit Wasser ausspülen.

20. Erneutes Trinken von Wasser mit medizinischer Aktivkohle
Zum Schluss der Schutzmaßnahmen bekommt der Patient noch einmal Aktivkohle zum Trinken.

21. Endgültige oder provisorische Füllung der Zähne
Nachdem alles Amalgam unter strikten Schutzmaßnahmen entfernt worden ist, können die Zähne wieder gefüllt werden. Grundsätzlich gibt es dafür zwei Möglichkeiten:

a) Provisorische Füllungen für einige Monate und danach endgültige Versorgung der Zähne
b) Sofortige endgültige Füllung der Zähne


Wenn Sie eine Ausleitung wünschen wird eine Ampulle DMSA gespritzt und der Urin vorher und nachher in ein Mikrobiologisches Institut gesendet. Dann wissen Sie genau wieviel Amalgam noch im Körper ist und wieviel ausgeleitet werden konnte.

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